«High Quality Pork»: Für noch besseres Schweinefleisch

Die Zartheit von Fleisch ist den Konsumierenden sehr wichtig. Mit den von der SUISAG neu entwickelten Methoden zur Messung von Kochverlust und Zartheit des Fleisches kann der Genusswert von Schweinefleisch künftig direkt züchterisch bearbeitet werden.

Fleisch - ein Genuss

Fleisch liefert als Lebensmittel eine Vielzahl wichtiger Nähr- und Wirkstoffe, wird aber in erster Line wegen seines hohen Genusswertes verzehrt.

Im Schweizer Schweinezuchtprogramm nimmt die Fleischqualität traditionell einen hohen Stellenwert ein. So konnten in den letzten Jahrzehnten in Merkmalen wie Tropfsaftverlust (Wasserverlust bei der Lagerung) und intramuskulärem Fettgehalt (Marmorierung) deutliche Verbesserungen erzielt werden. Diese Merkmale beschreiben grundlegende Eigenschaften der Fleischqualität, geben aber nur indirekt Auskunft über den tatsächlichen Genusswert.

 

Weltweit einmalig

Erstmalig, und nach unserem Wissen weltweit einmalig, konnte nun mit der Scherkraftmessung ein Kriterium in die Zuchtwertschätzung eingebunden werden, welches ein Merkmal des Genusswertes von Fleisch - die Zartheit - direkt wiedergibt. Daneben wurde mit dem Kochverlust ein Qualitätsmerkmal von Fleisch in der Leistungsprüfung etabliert, welches für den Konsumenten bei der Zubereitung sehr entscheidend ist.

Mit der Berücksichtigung dieser beiden Merkmale in der Zuchtwertschätzung kann der Genusswert des Fleisches sehr direkt verbessert und die internationale Qualitätsführerschaft der Schweizer Schweinefleischproduktion ausgebaut und verteidigt werden.

 

Entwicklung im Fleischlabor

Die Methode, mit der die beiden Merkmale Zartheit und Kochverlust an Fleisch von Schweinen aus der Leistungsprüfung routinemässig gemessen werden können, wurde im Fleischlabor der SUISAG entwickelt. Dafür wird ein definiertes Stück aus dem Rückenmuskel der Schweine standardisiert gegart und der entstandene Wasserverlust (= Kochverlust) berechnet.  Aus dem gegarten Fleisch werden zylindrische Probenstücke ausgebohrt und mit einer Materialprüfmaschine durchgeschnitten, wobei die maximal aufgewandte Kraft (= Scherkraft) gemessen wird.

Für die Schätzung der Erblichkeiten wurden Scherkraft und Kochverlust an Fleisch von über 3000 Prüftieren gemessen.

 

Ab 2020 in der Zucht berücksichtigt

Mittlerweile werden die beiden neuen Qualitätsmerkmale an allen Tieren aus der Endprodukteprüfung (nachkommenbasierte Prüfung der KB-Eber und Kontrolle des Zuchtprogramms) sowie aus der Vollgeschwisterprüfung (Prüfung reinrassiger Zuchttiere) der Vaterrassen routinemässig gemessen.

Mit Beginn des Jahres 2020 werden die Zuchtwerte für diese Merkmale ausgewiesen und in die züchterische Selektion einbezogen.

Gerade bei der einzigen eigenständig gezüchteten Schweizer Vaterlinie PREMO® kann durch die neuen Qualitätsmerkmale ein entsprechend wertvolles Differenzierungspotential gegenüber internationaler Genetik erwartet werden.

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Anwendungsbereich:
Schwein


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SUISAG

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