Die Vielfalt der Schweizer Ziegenrassen

Die Schweiz weist trotz ihrer kleinen Landfläche eine ansehnliche Vielfalt an Ziegenrassen auf. An der Suisse Tier werden zehn Rassen präsentiert und ihre Besonderheiten hervorgehoben.

DIE DREI HAUPTRASSEN

Die Saanenziege
Diese rein weisse Ziegenrasse, hat ihren Ursprung im Saanenland und Obersimmental (Kanton Bern). In der Schweiz weist sie den zweithöchsten Herdebuchbestand auf. Die Saanenziege zeichnet sich durch ihre hohe Leistungsbereitschaft aus und ist daher bestens für die Milchproduktion geeignet.

 
Die Toggenburgerziege
Ihr Zuchtgebiet hat sich im Laufe der Zeit vom Ursprungsgebiet, dem Toggenburg (Kanton St. Gallen), auf die ganze Schweiz und das Ausland ausgeweitet. Charakteristisch für diese Rasse sind die längeren Haare über den Rücken und die Schenkel, welche als Mäntelchen bezeichnet werden. Züchter schätzen an der milchbetonten Toggenburgerziege auch ihr gutes Fundament.

 
Die gämsfarbige Gebirgsziege
Ursprünglich entwickelte sich diese Rasse aus zwei Regionalschlägen. Es sind dies der hornlose Oberhasli-Brienzer- und der behornte Bündner-Typ. Heute ist sie die Rasse mit den meisten Herdebuchtieren in der Schweiz. Dies nicht zuletzt dank der ansehnlichen Milchleistung und der überdurchschnittlichen Gehalte an Milchinhaltsstoffen. Gämsfarbige Gebirgsziegen gelten zudem als sehr anpassungsfähige Tiere. So sind sie heute genauso im Talgebiet anzutreffen wie in den ursprünglichen Gebirgsregionen.

 

DIE FÜNF GEFÄHRDETEN RASSEN

Die Appenzellerziege
Wie ihr Name bereits verrät, stammt die Appenzellerziege aus den beiden Kantonen Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden. Dort ist sie bis heute fester Bestandteil der regionalen Tradition und Kultur. So ist sie z. B. treue Begleiterin bei Alpauftrieben und -abtrieben. Die Milchleistung der Appenzellerziege kann sich sehen lassen, kommt sie doch aus einer von der Milchwirtschaft geprägten Gegend der Schweiz. Sie wird traditionell mit Glöckchen (Hautanhängsel an der Halsunterseite), auch Berlocken genannt, gezüchtet.

 
Die Bündner Strahlenziege
Ihr Name setzt sich einerseits aus ihrer Herkunft, dem Kanton Graubünden und ihrer Kopfzeichnung, den weissen Strahlen zusammen. Obwohl sie noch immer zu den gefährdeten Rassen zählt, mausert sie sich zunehmend zu einer wirtschaftlichen Milchziege. Auf Grund ihrer Widerstandsfähigkeit und Robustheit kommt sie auch mit rauem Klima gut zurecht. Die Bündner Strahlenziege ist eine Gebirgsrasse und bewegt sich trittsicher in jedem Gelände.

 
Die Nera Verzasca
Ihre Wiege liegt im Tessin, insbesondere dem Verzasca Tal. Diese rein schwarze Ziegenrasse ist gefährdet und weist von allen Herdebuchrassen am wenigsten Tiere aus. Sie ist ausgesprochen temperamentvoll und ihre Anpassungsfähigkeit an hohe wie auch tiefe Temperaturen machen sie zu einer robusten Rasse. Viele Nera Verzascaziegen werden die meiste Zeit im Freien gehalten. Dort sorgen sie dafür, dass Büsche und Bäume zurückgedrängt werden und so die offene Landschaft erhalten bleibt.

 
Die Walliser Schwarzhalsziege
Die Gebirge und Täler des Wallis sind die Heimat dieser Rasse. Durch das Beweiden von steilen Hängen leistet sie einen wertvollen Beitrag zur Landschaftspflege. Das lange Haarkleid und die klar getrennte schwarz-weisse Färbung sind ihr Markenzeichen, genauso wie die Hörner, die alle Ziegen und Böcke dieser Rasse tragen. Ihre Haare schützen sie vor Wind und Wetter, benötigen aber entsprechende Pflege. Meist werden Walliser Schwarzhalsziegen nicht gemolken, weshalb sie einer Aufzuchtleistungsprüfung unterstellt werden.

 
Die Pfauenziege
Die aus dem Kanton Graubünden stammende Pfauenziege hiess ursprünglich Pfavenziege. Als Pfaven werden die schwarzen Abzeichen entlang des Nasenrückens und über die Wange bezeichnet, die für diese Rasse typisch sind. Früher beinahe ausgestorben, zählt sie noch heute zu den gefährdeten Rassen. Züchter schätzen ihre robuste und genügsame Art, durch die sie auch für eine extensive Haltung gut geeignet ist. Auch schwer zugängliche Flächen, die nicht maschinell bewirtschaftet werden können, stellen für sie kein Problem dar.

 

DIE ZWEI IMPORTIERTEN RASSEN

Die Burenziege
Diese aus Südafrika stammende Rasse wird gezielt auf eine gute Fleischleistung gezüchtet. Die Zuwachsleistungen der Jungtiere werden mittels Aufzuchtleistungsprüfung erhoben. Dabei sind Mehrlingsgeburten bei dieser Rasse die Regel. Burenziegen werden als Mutterziegen gehalten und haben einen ausgeprägten Mutterinstinkt, verfügen aber dennoch über einen ruhigen Charakter. Dank ihrer genügsamen Art, können sie gut zur Beweidung von Naturschutzgebieten und Restflächen eingesetzt werden.

 
Die Tauernschecken
Bei den Tauernschecken handelt es sich um die jüngste Herdebuchrasse. Die aus dem benachbarten Österreich stammende Gebirgsrasse ist seit 2017 dem schweizerischen Herdebuch angeschlossen. Ihr Name setzt sich aus ihrem Ursprungsgebiet, den Hohen Tauern und der farbenfrohen Musterung ihres Haarkleides zusammen. Die robuste Rasse gilt in ihrer Heimat aufgrund der geringen Tieranzahl als gefährdet. Hierzulande wird sie für die Beweidung von unwegsamen Flächen sowie zur Milchproduktion genutzt.

 
Am Stand vom Schweizerischen Ziegenzuchtverband beantworten Ihnen Expertinnen und Experten Fragen zu den Rassen oder rund um die Zucht und das Herdebuch.

 

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Produktgruppen:
Tierzucht
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Anwendungsbereich:
Kleinwiederkäuer

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Silvia Zahnd

Tierausstellung Kleinwiederkäuer

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