Wo steht die Geschlechtsbestimmung im Brutei heute?

Sonntag, 24. November 2019


14:00 Uhr - 14:20 Uhr

Im Rahmen des Vortrages wird der aktuelle Stand der Geschlechtsfrühbestimmung beim Haushuhn vorgestellt. Dabei werden verschiedene methodische Ansätze der in ovo-Geschlechtsdeterminierung vorgestellt und ihre Vorzüge und Nachteile erläutert.

Das Haushuhn nimmt innerhalb des Wirtschaftsgeflügels sowohl als Eierproduzent als auch als Fleischlieferant eine herausragende Position ein. So wird für 2018 allein der Bestand an Legehennen in der Schweiz mit ca. 3 Millionen und in Deutschland mit ca. 41 Millionen Individuen angeben. Hohe Legeleistung und gleichzeitig hohe Mastleistung schließen sich allerdings aus. Daraus resultiert in der Praxis ein kontrovers diskutiertes Tierschutzproblem. Mit jedem Hennenküken schlüpft auch ein unerwünschtes Bruderküken, das, weil seine Aufzucht und Mast unrentabel sind, gegenwärtig zumeist bereits kurz nach dem Schlupf getötet und als «Futterküken» vermarktet wird. Von dieser Problematik ist nicht nur die konventionelle Eierproduktion betroffen, sondern zum überwiegenden Teil auch die nach ökologischen Richtlinien wirtschaftende Legehennenhaltung.

Die Abkehr von der routinemässigen Tötung männlicher Eintagsküken im Rahmen der Legehennenvermehrung ist mittlerweile international zu einem Anliegen von erheblicher ethischer, rechtlicher und gesellschaftspolitischer Tragweite geworden. An verschiedenen Forschungsstätten werden derzeit Methoden zur Geschlechtsbestimmung im Hühnerei entwickelt, die künftig dazu beitragen sollen, das Töten der männlicher Eintagsküken überflüssig zu machen. Thomas Bartels gibt in seinem Referat eine Übersicht über den Status quo der verschiedenen Verfahren zur in ovo-Geschlechtsbestimmung und erläutert die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Methoden.

 

Kurz CV

Thomas Bartels studierte Biologie und Chemie für das Gymnasiallehramt an der Universität Hannover und promovierte dort 1992 im Fach Zoologie. Nach mehrjähriger Tätigkeit in Forschung und Lehre an der Tierärztlichen Hochschule Hannover erfolgte 1999 ein Wechsel an die Abteilung Tierschutz und Tierhaltung der Vetsuisse-Fakultät Bern, wo er sich 2003 für «Vergleichende Morphologie» und «Tierschutz» habilitierte. Von 2003 bis 2018 war er als Wissenschaftler an der Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig tätig. Seit 2019 ist er in Celle am Institut für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich-Loeffler-Instituts schwerpunktmässig für den Bereich «Praxisorientierte Forschung» zuständig.

 

Referent
Foto von Dr. rer. nat. habil. Thomas Bartels

Dr. rer. nat. habil. Thomas Bartels

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Ort

Geflügelforum, Halle 2

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