Die neue Generation der Milchfieberprophylaxe ist da

Die Aufnahme von Kalzium aus dem Futter ist insbesondere zu Beginn der Laktation nicht ausreichend, um den Bedarf zu decken. Eine verbesserte Kalziumresorption kann daher dazu beitragen, Milchfieber vorzubeugen.

Was ist Milchfieber?

Milchfieber ist eine Stoffwechselerkrankung von Milchkühen, die um den Geburtszeitraum auftritt. Ursache ist ein Absinken des Blutcalciumspiegels, der zu einem Calcium-Mangel (der sogenannten Hypocalcämie) führt. Das Milchfieber ist eine Stoffwechselerkrankung, die weitreichende Folgen für die Gesundheit der Milchkuh hat.

Obwohl es inzwischen verschiedene Strategien zur Prävention gibt, ist die Inzidenz von Milchfieber immer noch sehr hoch. Neuere Studien zeigen, dass die Inzidenz von klinischem Milchfieber zwar nur noch bei ca. 5% liegt, die Anzahl der subklinischen Fälle bei multiparen Tieren aber inzwischen auf 30-50% angestiegen ist (Reinhard et al., 2011; Venjakob et al., 2017). Damit ist ab der 2. Laktation fast jede zweite Kuh im Stall von Milchfieber betroffen.

 

Ursachen des Milchfiebers

Die Ursache von Milchfieber ist ein Calciummangel im Blut. Mit der Kalbung beginnt die Milchsynthese, die den Bedarf an Nährstoffen und insbesondere an Calcium signifikant ansteigen lässt. Für 10 Liter Kolostrum werden ca. 23 g Calcium benötigt, was bereits der 9-fachen Calciummenge des Blutplasmas entspricht.

Um diesen enormen Mehrbedarf zu decken, müssen große Mengen an Calcium bereitgestellt werden. Zu den möglichen Mechanismen gehören die Mobilisation von Calcium aus körpereigenen Depots (z.B. Knochen) oder die Aufnahme aus dem Futter. Kann keine ausreichende Deckung des Calciumbedarfes erreicht werden, kommt es zum Abfall des Calciumspiegels im Blut mit der Folge des Milchfiebers.

 

Bisherige Prophylaxemaßnahmen

Essentiell bei der Vorbeugung von Milchfieber ist eine bedarfsgerechte Calciumversorgung. Diese sollte in allen Phasen der Laktation, vor allem auch in der Trockenstehphase, optimal angepasst werden.

Zusätzlich können verschiedene Prophylaxemaßnahmen durchgeführt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Calciumarme Fütterung und Einsatz von Calciumbindern (z.B. Zeolith A oder Reiskleie) vor der Kalbung
  • Fütterung von sauren Salzen zur verstärkten Calciummobilisierung aus dem Knochen
  • Orale Calciumgaben um den Geburtszeitraum (Paste, Bolus,…)
  • Vitamin-D Gabe

 

Therapie

Klinisches Milchfieber, das nicht behandelt wird, führt häufig zum Tod des betroffenen Tieres. Die Therapie des klinischen Milchfiebers besteht normalerweise aus einer intravenösen Calciumgabe durch den Tierarzt, die je nach Schweregrad der Erkrankung mehrfach wiederholt werden muss.

Die subklinischen Fälle des Milchfiebers können nur durch Blutuntersuchungen nach der Kalbung bestimmt werden. Da die Milchkuh keine Symptome zeigt, wird die Erkrankung oft nicht erkannt und es kommt zu Folgeerkrankungen.

 

Milchfieber und sekundäre Folgeerkrankungen

Der Abfall des Calciumspiegels im Blut hat große Auswirkungen auf den Stoffwechsel der Tiere.

Bei akutem Milchfieber führt das fehlende Calcium zu einer reduzierten Erregbarkeit der Muskelzellen, was sich symptomatisch in einem instabilen Stand, einer gestörten Koordination und Problemen beim Aufstehen widerspiegelt. Im schlimmsten Fall kommt es zum Festliegen der Kühe. Häufig entstehen dabei auch Verletzungen der Gliedmaßen.

Neben der Skelettmuskulatur kann auch die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Traktes, des Uterus oder auch des Zitzenschliessmuskels vom Calciummangel betroffen sein. Dies ist insbesondere bei subklinischem Milchfieber von Bedeutung. In diesem Fall liegen die Tiere zwar nicht fest, sie leiden aber an diversen Sekundärerkrankungen.

Im Magen-Darm Trakt können durch eine verminderte Kontraktionsfähigkeit und die damit einhergehende reduzierte Motilität, Verstopfungen sowie eine Futterdepression ausgelöst werden. Im Uterus können die für den Abkalbevorgang, aber auch die für den Abgang der Nachgeburt erforderlichen Kontraktionen durch den Calciummangel abgeschwächt sein, so dass es zu Schwergeburten und Nachgeburtsverhalten kommen kann.

Die durch Milchfieber hervorgerufene verminderte Kontraktionsfähigkeit der Zitzenmuskulatur steht in engem Zusammenhang mit dem Auftreten von Euterentzündungen (Mastitiden), da ein mangelnder Zitzenschluss den Eintritt von Bakterien begünstigt.

Da Calcium bei der Aktivierung des Immunsystems eine zentrale Rolle spielt, führt ein Calciummangel zudem zu einer generalisierten Immunsuppression mit weitreichenden Folgen für die spätere Laktation. In der Abbildung ist dargestellt, wie das Risiko für Sekundärerkrankungen ansteigt, wenn die Kuh von Milchfieber betroffen ist.

 

Der Weg zu einer verbesserten Calciumversorgung

Die Aufnahme von Calcium wird durch Transportporteine im Magen-Darmtrakt vermittelt. Bei den Wiederkäuern wird ein großer Anteil an Calcium schon im Pansen, dem größten Vormagen, resorbiert. Die Aufnahme von Calcium aus dem Futter ist insbesondere zu Beginn der Laktation nicht ausreichend, um den Bedarf zu decken. Eine verbesserte Calciumresorption kann daher dazu beitragen, Milchfieber vorzubeugen.

In umfangreichen in vitro und ex vivo Studien an isoliertem Pansenepithel konnte gezeigt werden, dass für den Calciumtransport verantwortliche Transportproteine durch pflanzliche Stoffe sehr spezifisch aktiviert werden können. Die Calciumaufnahme aus dem Pansen kann so signifikant gesteigert werden (Rosendahl et al, 2016).

Diese Ergebnisse konnten in in vivo Fütterungsstudien mit laktierenden Kühen bestätigt werden: Die Verfütterung eines auf pflanzlichen Stoffen basierenden Futtermittelzusatzstoff führte zu einer signifikanten Erhöhung des Blut-Calciumspiegels (Braun et al., 2018). Die gezielte Anwendung pflanzlicher Wirkstoffe kann so zu einem verbesserten Calciumstoffwechsel beitragen und eröffnet damit einen völlig neuen Ansatz zur Milchfieber-Prophylaxe.

 

Die neue Generation der Milchfieberprophylaxe ist da

Effektive Milchfieberprophylaxe findet bereits im Pansen statt. Das deutsche Unternehmen «PerformaNat» hat sich darauf spezialisiert, innovative Lösungen für eine optimale Calciumaufnahme zu entwickeln und so das Risiko für subklinisches und klinisches Milchfieber deutlich zu senken.

Basierend auf jahrelangen Laboruntersuchungen und Studien im Tier wurden phytogene Wirkstoffe identifiziert, die einen positiven Effekt auf den Calciumtransport über das Pansengewebe haben. Der patentierte phytogenen Wirkstoff «PN-T» ist in der Schweiz exklusiv im Produkt «CALCI-FOR» der Firma Multiforsa AG enthalten. MIt der gezielten Verabreichung von CALCI-FOR (Calcium-Gel) werden die Kühe in der besonders empfindlichen Transitphase unterstützt.

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Weitere Informationen
Produktgruppen:
Futtermittel
    Mineralstoffe

Anwendungsbereich:
Rind

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Maya Schmid

Multiforsa AG

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