Kälbermast mit dem «Freiluftkalb-Konzept»

Freitag, 22. November 2019


10:50 Uhr - 11:10 Uhr

Auswirkungen auf Antibiotikaverbrauch, Tiergesundheit, Mastleistung und Abgänge

Hintergrund

Im Rahmen der weit verbreiteten Milchviehhaltung entstehen schweizweit überschüssige Kälber, die nicht aufgezogen werden. Es handelt sich v. a. um männliche Kälber, die naturgemäss keine Milch geben würden und aufgrund ihrer grossen Zahl nicht als Vatertiere Verwendung fänden. Die Kälber werden mit einer energiedichten Ration, die hauptsächlich aus Milch und Milchpulver besteht, in rund fünf Monaten schlachtreif gemästet. Eine dem Wiederkäuer angepasste raufutterbasierte Ration zu verfüttern ist meist nicht rentabel, da die Kälber der Milchviehrassen – auch die männlichen – sog. Milchviehgenetik vererbt bekommen haben, die nicht auf schnelles und umfangreiches Muskelwachstum fokussiert ist. So tragen auch Konsumenten, die auf Fleisch verzichten, jedoch aber Kuhmilchprodukte zu sich nehmen, indirekt zur Kälbermast bei. Traditionell entstehen aus Kalbfleisch bekannte Gerichte wie Wiener Schnitzel, Kalbsbratwürste und Pasteten. 


Problemstellung

Die Menge antibiotischer Substanzen, die zur Behandlung von Erkrankungen in der Schweizer Kälbermast eingesetzt wird, ist im Vergleich zu anderen Bereichen der Nutztierhaltung unverhältnismässig hoch. Antibiotika werden hauptsächlich zur Behandlung von Lungenentzündungen eingesetzt. Dabei werden die Richtlinien für massvollen und vorsichtigen Gebrauch nicht immer eingehalten. Bei Mastkälbern werden immer wieder neben hohen Behandlungszahlen auch hohe Resistenzraten gegen häufig verwendete Antibiotika beschrieben.

 

 

Kurz CV

Dr. med. vet. Jens Becker leitet seit 2015 das Forschungsprojekt "Freiluftkalb". Im Rahmen seiner Forschung interessiert er sich für die Herstellung umwelt- und gesundheitsverträglicher Lebensmittel tierischen Ursprungs.

 

Referent
Foto von Dr. Jens Becker

Dr. Jens Becker

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Präsentiert von

Fachforen Suisse Tier

Ort

Rinderforum, Halle 1

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